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Blogger vor der Linse

Blogger vor der Linse: Susanne Zöhrer


Blogvorstellung 15

Susanne Zöhrer

Kosmopolitin, Skeptikerin, Sprachliebhaberin

Kurzbiografie: Diplomstudium Psychologie, M.A. Criminal Justice, Dr. phil. Soziologie. Auslandsaufenthalte in USA und Frankreich.

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Fotos: Karola Riegler

Zum Einstieg ein paar Fragen zu Deiner Person.

Was machst Du beruflich?
Ich bin derzeit dabei mich imBereich Blogging, Journalismus und Kommunikation selbständig zu machen. Ich blogge aktuell am eigenen Blog, schreibe auf ZurPolitik.com eine zweiwöchentliche Kolumne zum Thema “Demokratie für Fortgeschrittene” und bin seit kurzem auch beim Bäckblog Politikpodcast mit dabei. Daneben arbeite ich noch bei einer Fundraisingplattform, die in Bälde online gehen wird, mit.

Woher kommst Du, wo wohnst und arbeitest Du aktuell?
Ich komme aus Kapfenberg in der Steiermark, wohne und arbeite derzeit in Wien.

Ein paar Fragen zu Deinem Blog.

Worum dreht sich Dein Blog – was sind Deine Kernthemen?
Mein Blog dreht sich hauptsächlich um kulturelle Themen. Seit ich auf zurPolitik.com blogge, habe ich das Thema Politik vom eigenen Blog mehr oder weniger ausgelagert und sehe The Sandworm als eine Art Spielwiese. Ich schreibe dort hauptsächlich über Literatur, Musik, Kunst und wenn geht übers Reisen. Teilweise veröffentliche ich die Einträge auch auf Englisch, insbesondere die Reiseberichte. Das “Wappentier” von The Sandworm zeichnet übrigens mein Vater.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen, was war der entscheidende Impuls?
Ich schreibe gern und wollte daraus eine Art Beruf machen. Mit dem Bloggen habe ich begonnen, weil ich Lust hatte Dinge, die mich interessieren auch anderen zugänglich zu machen. Gemeinsam mit einem guten Freund, Martin, der sich für ähnliche Themen interessiert, habe ich schließlich das Blog gestartet, leider ist er im Moment zu eingespannt, um Beiträge zu liefern, ich vergesse aber nicht darauf, ihm deswegen regelmäßig ein schlechtes Gewissen einzureden.

Wie würdest Du Deine Schreibkultur bzw. Deinen Stil beschreiben?
Ich neige dazu sehr ausführlich, erzählerisch zu schreiben. Ich sehe die Einträge auf The Sandworm auch als Essays. Für das Medium Blog sind meine Einträge meist zu lange, aber es steht den Lesern und Leserinnen ja frei, ob sie sich die Zeit dafür nehmen wollen oder nicht. Ich will damit auch gezielt ein bestimmtes Publikum anspreche, das genau diesen Stil zu schätzen weiß. Das war ein weiterer Grund The Sandworm zu starten. Ich sehe es als eine Art modernes Feuilleton.

Wie hast Du Deinen Blog – technisch – auf die Beine gestellt?
Ich schreibe im Gratisfeature wordpress.com – da kann jeder und jede blitzschnell ein Blog starten. Der Vorteil davon ist, dass die Handhabung wirklich kinderleicht ist – als deppensicher kann man das auch bezeichnen – der Nachteil liegt darin, dass man an bestimmte Vorgaben gebunden ist was Widgets und Layout betrifft. Ich denke eigentlich ständig daran, mir ein “richtiges” Blog einzurichten, komme aber irgendwie nie dazu.


Was sind Deine persönlichen Ziele mit Deinem Blog bzw. verfolgst Du berufliche Ziele?
Mein Ziel ist es tatsächlich vom Bloggen leben zu können. Im Moment ist das alles noch etwas mühsam, aber ich habe den Eindruck, dass sich in Bezug auf Journalismus und Onlinepublikationen im Moment gerade sehr viel tut. Bloggerkollektive wie z.B. zurPolitik oder Neuwal sind meiner Meinung nach zukunftsträchtige Formate und es mangelt den Mitgliedern auch nicht an Kreativität sich neue Einkommensquellen zu erschließen. Ich bin diesbezüglich optimistisch. Insbesondere weil das auffällige Jammern von meist älteren männlichen Vertretern aus dem sog. klassischen Journalismus ein Zeichen dafür ist, dass sich die Zeiten ändern. Und zwar ein gutes.

Gibt es eine besondere Geschichte, die durch das Bloggen entstanden ist?
Ja, der Eintrag über Jeff Sher. Der New Yorker Künstler hat das jüngste Video zu Bob Dylans “Little Drummer Boy” gestaltet. Der Clip hat mir so gut gefallen, dass ich dem Künstler ein Email geschickt habe, um ihm das persönlich mitzuteilen. Ich hätte nie gedacht, dass er antworten würde, aber ein paar Stunden später kam ein sehr sympathisches, ausführliches Mail zurück, in dem er sich nicht nur bedankt, sondern auch gleich noch Bildmaterial zum Arbeitsprozess am Video mitgeschickt hat. Darüber hinaus hat er mir erzählt, wie der Clip zustande kam. Interessanterweise stammte sein Großvater aus Wien und er selbst hat in den späten 1960ern mal ein Jahr hier gelebt. Eine sehr nette Geschichte.

Abschließend ein paar Fragen zur Blogosphäre und der Kultur im Netz.

Wie erlebst Du die österreichische Blogosphäre –  wie intensiv ist der Austausch mit anderen Bloggern?
Ich denke ich bin ziemlich gut mit der sog. “Bloggerszene” vernetzt. Ich kenne einige der in Wien lebenden Blogger, aber auch ein paar aus den Bundesländern. Als zurPolitik-Bloggerin muss ich festhalten, dass es eine auffällige Konzentration von Kapfenbergern gibt. Ich halte das für eine gute Sache.

Was unternimmst du, um deinen Blog bekannter zu machen?
Ich vernetze mich mit anderen Bloggern. Daneben versuche ich, speziell was The Sandworm betrifft, mit meinen Einträgen gewisse Nischenthemen zu besetzen. Meine Reiseberichte werden zum Beispiel sehr häufig via Google gefunden. Auch weil ich sie zusätzlich auf Englisch publiziere. Es wundert mich immer wieder, aber der beliebteste Eintrag auf The Sandworm ist der Reisebericht über die englische Kleinstadt Whitstable.

Wie intensiv pflegst Du Deine Blogroll und welche Rolle spielt diese für Dich?
Ich habe keine Blogroll. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass man auf wordpress.com mit diversen Widgets an bestimmte Formate gebunden ist und manche davon finde ich in Bezug auf die Optik meines Blogs einfach katastrophal hässlich. Deswegen habe ich auch keine Facebook- oder Twitter- Icons, und die Blogroll musste ich dadurch auch streichen.

Welche Blogs liest Du gerne?
Am Häufigsten: http://www.baeck.at/blog/ http://wissenbelastet.com/ die Beiträge meiner Kollegin und Kollegen auf http://zurpolitik.com/ sowie http://neuwal.com/ und http://martin.schimak.at/ ; hin und wieder http://digiom.wordpress.com/ http://entegutallesgut.wordpress.com/ http://arbeitshelden.at/ http://blog.datenschmutz.net/ http://eppinger.wordpress.com/

Was wäre Deine Empfehlung für Leute, die gerade einen Blog starten?
Blog einrichten, Eintrag schreiben und veröffentlichen. Wem’s Spaß macht, der/die bleibt dabei.


Du kennst einen Blogger aus Österreich, der hier vorgestellt werden sollte? Schreib uns!

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