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Blogger vor der Linse

Blogger vor der Linse: Andreas Unterberger

Blogvorstellung 09

Andreas Unterberger

31 Jahre als Journalist bei der „Presse“, 4 Jahre bei „Wiener Zeitung“, insgesamt 14 Jahre Chefredakteur. Jetzt hauptberuflich Kolumnist und Blogger.

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Zum Einstieg ein paar Fragen zu Deiner Person.

Was machst Du beruflich?
Ich blogge täglich, ich schreibe für ein halbes Dutzend Zeitungen Kommentare, für zwei wöchentlich („Salzburger Nachrichten“ und „Börsen-Kurier“). Daneben entwickle ich noch einige kleinere Projekte und schreibe an einem Buch.

Woher kommst Du, wo wohnst und arbeitest Du aktuell?
Dreimal lautet die Antwort: Wien

Ein paar Fragen zu Deinem Blog.

Worum dreht sich Dein Blog – was sind Deine Kernthemen?
Ich kommentiere alles, was mir interessant erscheint, wo ich mich auszukennen meine und wo ich glaube, eine Perspektive einbringen zu können, die in den Mainstream-Medien untergeht.
Meine Themen sind insbesondere Politik, Wirtschaft, Ideologien, Grundsatzfragen – meist aus einer Position, die man als liberalkonservativ bezeichnen kann, aber ohne dass ich mir meine Weltanschauungen von irgendwem abholen würde.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen, was war der entscheidende Impuls?
Ich habe schon bei der „Wiener Zeitung“ täglich ein Tagebuch geschrieben, das offenbar Tausenden Lesern ans Herz gewachsen war, wie ich schon an der Zahl der Mails und Briefe ablesen kann, die ich zu meiner – bei einer parteipolitischen Säuberung erfolgten – Verabschiedung aus der „Wiener Zeitung“ bekommen habe. Daher lag die sofortige Fortsetzung im Internet nahe.

Wie würdest Du Deine Schreibkultur bzw. Deinen Stil beschreiben?
Ich bemühe mich um Verständlichkeit und eine Prise Humor, sowie um das, was man altmodisch die klassischen Tugenden des guten Journalismus bezeichnen kann.


Wie hast Du Deinen Blog – technisch – auf die Beine gestellt?
Den Blog samt Umfeld hat einer meiner Söhne mit Hilfe von WordPress und einigen exzellenten professionellen Partnern (die alle im Blog genannt werden) bei meinem Abschied aus der „Wiener Zeitung“ binnen 48 Stunden erstellt.

Was sind Deine persönlichen Ziele mit Deinem Blog bzw. verfolgst Du berufliche Ziele?
Der Blog ist gerade dabei, mit Hilfe der Zahlungen von fast 400 Partnern (mindestens 120€ im Jahr) durch etliche weitere Angebote ausgebaut zu werden. Er ist nach allen erforschbaren Vergleichszahlen im ersten halben Jahr bereits der meistgelesene Blog in Österreich geworden (326.000 Seitenzugriffe im letzten Monat von 37.000 Besuchern. Seit dem Start am 10. Oktober waren es 112.000 Besucher (Unique Clients)). Ich sehe in meinem Blog daher auch einen Versuch, ob erstmals ein professionell angegangenes journalistisches Online-Projekt in Österreich wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen kann.

Gibt es eine besondere Geschichte, die durch das Bloggen entstanden ist?
Das Faszinierendste sind die User: Mein Publikum ist im Vergleich zur Zeitung viel jünger geworden. Und es ist viel aktiver: 35.000 Postings – und daneben eine Fülle sehr wertvoller Anregungen und Hinweise, aus denen ich täglich ein halbes Dutzend Einträge machen könnte, wenn ich es zeitlich schaffen würde. Die Partizipation ist viel größer als bei der Zeitung. Und wenn man von einigen Spinnern, aggressiven Typen und Radikalen absieht, profitiere ich oft mehr von den Postern als diese von mir.

Abschließend ein paar Fragen zur Blogosphäre und der Kultur im Netz.

Wie erlebst Du die österreichische Blogosphäre –  wie intensiv ist der Austausch mit anderen Bloggern?
Sehr gering.

Hast Du Deinen Blog mit anderen Social Web Diensten bzw. Social Networks verwoben?
Ja, mit Twitter und Facebook, die ich aber ansonsten nicht aktiv bespiele.

Wie intensiv pflegst Du Deine Blogroll und welche Rolle spielt diese für Dich?
a) Täglich mehrere Stunden;
b) Eine sehr wichtige.

Welche Blogs liest Du gerne?
Im Grunde alle, die auf meiner Linkliste stehen. Das sind viele deutsche und amerikanische, aber etwa auch Christian Ortner.

Was wäre Deine Empfehlung für Leute, die gerade einen Blog starten?
a) Wenn man diesen nicht annähernd täglich befüllt, gerät man leicht in Vergessenheit.
b) Jedes Faktum, jede Information sollte intensiv auf Richtigkeit geprüft werden.
c) Stänkernde und anonyme Poster ignorieren.
d) Viel Freude am Schreiben.

Du kennst einen Blogger aus Österreich, der hier vorgestellt werden sollte? Schreib uns!

Diskussion

5 Kommentare for “Blogger vor der Linse: Andreas Unterberger”

  1. Ich finde es gut, dass ihr auch jemanden vor die Linse gebracht habt, der nicht zu den üblichen Verdächtigen der Bloggerszene gehört (und in dieser auch nicht unbedingt Fans hat). Von wem sind denn die Fotos?

    Gepostet von Lisa | 6.5.2010, 13:38
  2. Ja, das find ich auch gut, weil mir diese – hei, ich bin österreichischer blogger, und da gibts eh wenige, also bin ich wer – attitüde schon längstens auf den popo drückt.

    Gepostet von berndi | 11.5.2010, 23:06
  3. Ja, Meinungsvielfalt ist hochzuhalten, auch wenn ich die von Herrn Unterberger meist überhaupt nicht teile. Die „Prise Humor” von ihm zeigt sich im Übrigen in der Behauptung, mit 37.000 Unique Clients pro Monat das meistgelesenste Blog Österreichs zu sein.

    Gepostet von Walter | 19.5.2010, 00:11
  4. 2 sachen kamen mir doch etwas seltsam vor: mit 37.000 besuchenden/monat kann das blog wohl kaum das meistgelesene blog österreichs sein.
    und wie kann man jeden tag mehrere stunden seine blogroll pflegen? oder missversteht herr unterberger hier die pflege mit dem lesen?

    Gepostet von michi | 19.5.2010, 10:27
  5. [...] eine Perspektive einbringen zu können, die in den Mainstream-Medien untergeht“ . (Quelle: Blögger.at) Unterbergers Blog unterscheidet sich mitunter nicht nur inhaltlich von anderen. Es ist auch ein [...]

    Gepostet von Der etwas andere Blog… « Thelang's Blog | 3.11.2010, 23:25

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